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Clemens Schick
ImageClemens Schick

Gespräch mit Clemens Schick
Darsteller des „Tod“ im „Jedermann“
Geführt von den Jungen Freunde unter der Leitung von Elfi Schweiger,

Samstag, 04. August 2007

(Um-)Wege zum Schauspieler:
Clemens Schick, Jahrgang 1972, wuchs in Stuttgart auf. Nach seinem Abitur war sein Wunsch eine Ausbildung als Schauspieler zu machen. Der Weg verlief etwas anders als von ihm gedacht. Da er an den staatlichen Schulen nicht aufgenommen wurde, ging er an eine private Schauspielschule. Nach einem Jahr an dieser Schule zweifelte er an seinem Berufswunsch. Er verließ die Schule und ging als Gast in ein Franziskanerkloster nach Südfrankreich. Sieben Monate lang hat er das Leben eines Mönches geführt und er wollte dem Kloster ganz beitreten. In dieser Zeit und in vielen Gesprächen mit den Mönchen wurde ihm klar, dass er seine Ausbildung als Schauspieler fortsetzen sollte.Clemens Schick ging zurück nach Deutschland, nach Berlin an die „Berliner Schule für Schauspiel“ unter der Leitung von Teresa Nawrot. Da für einen jungen Schauspieler von einer privaten Schauspielschule der Berufsstart ungleich schwerer ist als für Kollegen von den staatlichen Schulen, hatte sich Clemens Schick für seine Zukunft keine großen Chancen ausgerechnet. Um die Ausbildung finanzieren zu können, kellnerte er in der Nähe der „Freien Volksbühne Berlin“. Bei dieser Arbeit lernte er viele für ihn später wichtige Personen kennen.

Erste Bühnenjahre:
Während seiner Zeit als Kellner traf er unter anderem Robert Hunger-Bühler. Durch seine Vermittlung erhielt Clemens Schick sein erstes Engagement: „Fucking and Shopping“ am Staatsschauspiel Dresden. Von nun an folgte ein Engagement dem nächsten und seinen Schwur von 1996, nie mehr in seinem Leben zu kellnern, musste er bis heute nicht brechen. Trotz vieler guter Lehrer und einer guten fundierten Ausbildung, war der Beginn seiner Karriere

Stationen:
Staatsschauspiel Dresden, Schauspielhaus Wien, Schaubühne Berlin, Sophiensäle Berlin, Schauspielhaus Zürich, Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Stuttgart, Frankfurt am Main, Schaubühne Berlin, Schauspielhaus Hannover, etc.Neben seiner Arbeit auf der Bühne hat Clemens Schick für Fernsehen und Kino gearbeitet; zuletzt im neuesten „James Bond“ Film. Salzburger Festspiele:Sein Engagement als „Tod“ im „Jedermann“ in diesem Jahr ist nicht seine erste Arbeit bei den Salzburger Festspielen. Bereits 2003 hat er in der Kresnik-Inszenierung des „Peer Gynt“ auf der Pernerinsel in Hallein mitgewirkt.Er selbst sagt, dass er aber erst jetzt richtig dabei ist. Bei „Peer Gynt“ habe man in Hallein gearbeitet und gewohnt und er war kaum in der Stadt. Von den Festspielen

„Tod“ im „Jedermann“:
Die Vorbereitung auf eine neue Rolle ist immer eine Herausforderung. Jeder Text und jedes Stück hat seine Eigenheiten und seine besonderen Tücken. Und jedes neue Stück erfordert eine andere Herangehensweise. Auf die Frage, wie man sich den Text merkt, sagte er, dass auch das unterschiedlich ist. Monologe sind meist einfacher zu merken als Dialoge, Fließtext einfacher als Versmaß, wie zum Beispiel im „Jedermann“. Wichtig ist für ihn aber die Situation. Sobald er im Kostüm ist, sind auch Rolle und Text da und abrufbar, während ein spontanes Zitieren einer Textstelle ohne Zusammenhang zum Stück – Kollegen, Kostüm, Kulisse oder ähnliches –ihm oft schwer fällt.Die Vorbereitung für den „Tod“ im „Jedermann“ war für ihn eine besondere Heraus­forderung. Hier sind nicht nur Stück und Text etwas Besonderes. Die ganze Atmosphäre der Festspiele, der Druck durch die Erwartung des Publikums, die namhaften Kollegen und als „Neuer“ in einer bestehenden Besetzung, dem allen muss und will Clemens Schick gerecht werden. Er hat sich sehr genau auf diese Rolle vorbereitet und nicht zuletzt sein Aufenthalt im Kloster hat ihm eine ganz eigene Sicht auf seine Rolle und die Aussage des Stücks gegeben.

Zukunft / Nach den Festspielen:
Eine Herausforderung ganz anderer Art ist seine berufliche Entwicklung. Er selber sieht es ein wenig mit Erstaunen, dass im Augenblick und auch in der kommenden Zeit sein beruflicher Schwerpunkt bei Film und Fernsehen liegt. Das Theater will er aber nicht vernachlässigen, dafür liebt er es zu sehr.

Lieblingsplätze in Salzburg:
Das Triangel (die inoffizielle Kantine der Festspiele), Café Bazar, Franziskaner Kirche, der Mönchsberg (der tägliche Laufweg)
 
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