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Martin Schwab

ImageMartin Schwab
Burgschauspieler Wien

Am 9. Jänner 2009 waren 15 Junge Freunde im Wiener Burgtheater, um Martin Schwab im Theaterstück von Thomas Bernhard "Der Schein trügt" zu sehen. Der bekannte Burgschauspieler war den Jungen Freunden sowohl in Salzburg als auch in Wien ein aufgeschlossener, interessierte Gesprächspartner und Workshopleiter. Daher war es uns ein großes Anliegen, ihn in diesem selten gespielten Stück zu sehen.
Nach der Aufführung trafen wir Martin Schwab im Cafe Landtmann zu einem Gespräch. Er  war wunderbar! Alle hatten gute Stimmung!
Danke!

Gespräch mit Martin Schwab am 9.1.09 im Café  Landtmann

Nach der Vorstellung von „Der Schein trügt“ im Wiener Burgtheater hatten  die Jungen Freunde der Salzburger Festspiele  die große Ehre Martin Schwab, der in seiner Karriere einige der legendärsten  Thomas Bernhard Rollen vom „Theatermacher“ bis hin zum Dramolett „Klaus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen.“ verkörpert hat, zu treffen.
Martin Schwab erzählte uns in einigen Anekdoten von der Begegnung und Freundschaft mit dem
großen „Übertreibungskünstler“:
Schwab soll einmal mit Bernhard im Garten des Tomaselli in Salzburg gesessen sein, als zunächst die gesamte Jedermann Gesellschaft in Kostüm und Maske vorbeikam. Dann fuhr Brandauer, lasziv, im offenen Wagen vorbei und Bernhard erfand dazu sogleich ein passendes Szenario: Der ORF solle doch ein schönes barockes Schlössl in der Nähe Salzburgs mieten, in dem sich im Festsaal Herr Brandauer hinter einem Schreibtisch sitzend und zwei Zeremonienmeister in Livree bei der Tür befänden, die alle großen noch lebenden Jedermann Darsteller (von Will Quadflieg, Walter Reyer über Curd Jürgens bis zu Maximilian Schell) in den Saal bitten würden, damit sich diese, jeder mit einem Taferl um den Hals „Ich habs überlebt“, in Reih’ und Glied vor dem großen Brandauer aufstellten und ihm ihre Reverenz erwiesen.

Dann folgten Fragen zum Inhalt und zur Probenarbeit von „Der Schein trügt“.
Ein Werk, 1984 geschrieben, in dem sich der von Schwab gespielte ehemalige Artist Karl und sein Halbbruder und früherer Schauspieler Robert - gespielt von Michael König - jeweils zu dienstäglichen und donnerstäglichen Verabredungen treffen. Es ist eine der eher selten gespielten Bernhard Werke, überzeugt aber durch seine hohe Musikalität, die Schwab in den virtuosen Selbstgesprächen des Karl kraftvoll zum Ausdruck bringt. Wie Thomas Bernard, der sich um sein Leben geredet hat, geraten die zwei ehemaligen Künstler in Wortkaskaden aneinander, begegnen sich in ihrer Einsamkeit, in ihren gescheiterten Lebensentwürfen und Altersängsten. Warum hat die kürzlich verstorbene Mathilde das Wochenendhäuschen nicht ihrem Lebensgefährten Karl sondern seinem Halbbruder Robert überlassen?
Die quälende Frage bleibt bis zum Ende  bestehen. Thomas Bernhard entwarf für die beiden Charaktere eine Partitur die bis zur kleinsten Regieanweisung durchkomponiert ist. Wobei Bernhard ein großes Potential an situationskomischen Aktionen  entwirft: Von den vorgestellten Korbsesseln, den Schuhen Karls, der Garderobe der verstorbenen Mathilde bis zu den Galaanzügen.
In der Regie von Nicholas Brieger und im großflächigen Bühnenbild von Matthias Fischer-Dieskau zelebriert das Haus mit dieser Inszenierung den großen österreichischen Dichter, der vor 20 Jahren starb.
Wir erfahren von der hoch musikalischen Arbeit am Text und wie Martin Schwab sich seine Rolle mit viel Fleiß und Genauigkeit erarbeitet hat. Martin Schwab erzählte, er habe auch schon die Gelegenheit gehabt, ein Stück von Thomas Bernhard mit einem italienischen Regisseur in Frankfurt zu präsentieren, was ihm viel Spaß bereitete.  Man merkte, er kennt den Kosmos  und das Werk des Dichters wie kaum ein anderer.

Danke für diese besonderen Momente.
                                    (Alexandra Turek)

 
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